für alle statt für wenige

Wankdorf City oder WankDORF?


Im September 2013

Auf dem Areal des ehemaligen städtischen Schlachthofs entstehen zur Zeit rund 4000 Arbeitsplätze, unter anderem für die Post und für die SBB.

Bezugsbereit sind die Gebäude ab 2014. Das ist Wankdorf City Phase 1. Für die Phase 2 wird zur Zeit geplant. Sie umfasst die benachbarten Grundstücke der Stadt und der Burgergemeinde zwischen dem Schienenstrang und der Autobahn. Gemäss Masterplan vom Dezember 2012 sollen dort bis zu 4000 weitere Arbeitsplätze entstehen. Dazu kommen maximal 300 Wohnungen. Die Planer setzen darnitaut die im Entwicklungsschwerpunkt Wankdorf schon vor Jahren angedachte Dienstleistungsnutzung. Dienstleistungsnutzung ist ökonomisch besonders attraktiv. An Gunstlagen wie im Wankdorf – mit seiner guten ÖV-Anbindung – sind höhere Erträge zu erzielen als mit Wohnen.

Wir finden diese Entwicklung falsch.
Wankdorf City darf nicht Bürowüste werden. Die Planungen sind neu auszurichten, der Wohnanteil deutlich zu erhöhen. Die Stadt Bern braucht mehr Wohnungen und nicht mehr Arbeitsplätze. Heute gibt es in der Stadt Bern mehr Arbeitsplätze als Bewohnerinnen. Das ist einmalig in der Schweiz.

Wir haben jetzt die Gelegenheit, die Planungen zu hinterfragen und Alternativen aufzuzeigen. Um den Wohnanteil zu erhöhen, braucht es eine andere Planung. Die Baukörper sind so zu gestalten, dass Wohnraum maximal gegen den Lärm abgeschirmt ist. Beispiele aus anderen Städten (Zürich/Thun) zeigen, dass man auch nahe der Eisenbahn qualitativ gut bauen kann. Mit dem notwendigen Willen und der gebotenen Sorgfalt ist es möglich diese Insellage zu einer attraktiven Wohnlage zu entwickeln. Die Aare ist nahe, das Wylerbad, die Allmend, attraktive Einkaufsmöglichkeiten und der ÖV sowieso. Als mögliche Namen für das neue Quartier schlagen wir vor „WankDORF» oder «Wankdorf Island ».

Nur mit einem höheren Wohnanteil entsteht eine attraktive und belebte Stadtlage. Und nur mit einem höheren Wohnanteil lässt sich das für den Raum Wankdorf geltende Fahrtenmodell einhalten. Ein höherer Wohnanteil ist zudem gut für die städtische Kasse. Die Steuererträge von natürlichen Personen sind höher als die Steuererträge von Firmen.

Natürlich ist es nicht einfach, einen bereits weit gediehenen Prozess der Besitzer und der Planerinnen zu bremsen. Wir haben ihnen Wankdorf City viel zu lange überlassen. Wir müssen jetzt eingreifen, wenn wir die weitere Planung beeinflussen wollen – im Interesse der Entwicklung des Nordquartiers und der Stadt Bern.