für alle statt für wenige

Doris Bianchi bei der SP Bern-Nord


Im Januar 2016

Ein paar Punkte aus dem Vortrag von Doris Bianchi, welche wir für die Mitgliederversammlung vom 18. Januar 2016 gewinnen konnten.

doris-bianchi

2016 wird ein Schlüsseljahr für die AHV. Wir müssen uns bewusst sein, dass Gewerkschaften und Sozialdemokraten die Lobby der AHV sind. Wir müssen wissen, wie die AHV funktioniert und die Argumente für AHVplus kennen.

Die Medien zeichnen ein düsteres Bild, wenn es um die Altersvorsorge geht. Es gibt in diesem Land Kräfte, welche das Hauptziel verfolgen, die AHV-Leistungen zu kürzen. Die Solidarität zwischen den Generationen wird massiv bekämpft, da die kleinen Leute auf Kosten der Reichen profitieren (erfolgreiche Umverteilung). Mit der AHV lässt sich für Banken und Versicherungen kein Geld verdienen. Im Gegensatz dazu ist die 2. Säule eine wahre Goldgrube.

Das Anlagekapital der 2. und 3. Säule beträgt rund 1 Billion CHF, dies entspricht etwa den Baukosten von 300 Gotthard-Röhren. In den letzten 40 Jahren sind sowohl die Anzahl der Beschäftigten (ca. CHF 4mio.) sowie die mittlere Lohnsumme (ca. CHF 106‘000.00) gestiegen. Trotz „Schreckgespenst“ Demographie ist die AHV bisher nicht kollabiert. Es ist nicht korrekt, dass die Sozialabgaben (bei der AHV) konstant steigen, wie uns dies medial unterzujubeln versucht wird.

Für 2/3 (38% der Frauen, 19% der Männer) der Haushalte im AHV-Alter bildet die AHV die einzige Einkommensquelle. Nur ca. 22% der ArbeitnehmerInnen können sich eine 3. Säule (private Vorsorge) leisten, rund 200‘000 Personen beziehen Ergänzungsleistungen. Frauen werden im Bereich der BV-Renten massiv benachteiligt. AHV-Renten hingegen bewegen sich bei Frauen und Männern etwa auf demselben Niveau (Frauen: CHF 1‘800.00, Männer 1‘750.00). Wir müssen die AHV stärken, da diese unsere solideste und solidarischste Sozialversicherung darstellt!

Von AHVplus profitiert die grosse Mehrheit. Sie ist die kostengünstigste Art der Altersvorsorge für Junge. AHVplus verhindert, dass Junge wieder stärker für ihre Eltern sorgen müssen. Weiter bedeutet die AHV-Rente weniger Abhängigkeit von Ergänzungsleistungen. Frauen profitieren von AHVplus besonders.

Wir können uns AHVplus leisten:

  • Kosten mit Einsparungen EL: CHF 3,7 Mrd.
  • Je 0,4 zusätzliche Lohnprozente (für Arbeitnehmende und ArbeitgeberInnen)
  • AHV-Lohnbeiträge sind seit 1975 stabil bei 8,4%.
  • Lohnbeiträge für die 2. Säule steigen: 2014 lagen sie im Schnitt bei über 18%.

Folgende Knacknüsse werden von den Gewerkschaften bekämpft:

  • Rentenalter 65 für Frauen
  • Senkung Mindestumwandlungssatz

AHVplus ist eine Weichenstellung für bessere Renten, die AHV-Erhöhung ist noch nicht im Trockenen (Renten-Reform 2020).

Die AHV ist die effizienteste Form der Altersvorsorge:  AHV stärken statt schwächen!

Die 1975 geborene Bianchi ist Juristin und Zentralsekretärin beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund. Sie betreut das Dossier Sozialversicherung. Doris ist Mitglied die Sektion Länggasse der SP der Stadt Bern.